
Die Schwäbische Zeitung fragte:
Wie stellen Sie sich die Zukunft der Krankenversorgung im Wahlkreis 67 Bodensee vor – welche Kliniken wird es am Ende der Legislaturperiode noch geben?
Meine auf 1500 Zeichen begrenzte Antwort:
Die Krankenhausreform von Lauterbach löst die chronische Unterfinanzierung der Krankhäuser nicht, sondern mündet in einem Kliniksterben, vor allem von kleinen Häusern, abseits der großen Städte. Unter den Voraussetzungen die wir vorfinden ist ein weiter so in Tettnang unmöglich. Hier sehe ich nur den Betrieb eines ambulanten OP-Zentrums, aufgrund der vor wenigen Jahren sanierten OP-Säle, möglicherweise mit weiteren angeschlossenen ambulanten Leistungen.
Die künftige stationäre Gesundheitsversorgung muss daher realistisch und langfristig gedacht sowie zukunftsorientiert gestaltet werden. Eine Lösung ist die Fusion des MCB mit der OSK Ravensburg mit einer anschließenden Neuorganisation beider Krankenhausgesellschaften.
Sollte die Fusion scheitern, was möglich ist, sehe ich auch als weitere Lösung die Privatisierung des MCB durch einen erfahrenen großen Träger mit Unterstützung des Bodenseekreises. Von einem Bashing privater Klinikbetreiber halte ich nichts. Auch diese haben den gesetzlichen Versorgungsauftrag nachweisbar zu erfüllen. Genauso wenig halte ich von unrealistischen Lockangeboten mancher privater Interessenten bezogen auf das laufende Markerkundungsverfahren des Bodenseekreises. Wir brauchen keine weitere Insolvenz in zwei Jahren.
Fazit: Mein Fokus liegt auf einer realistischen und zugleich leistungsfähigen Krankenhausversorgung für unsere Bürger im Bodenseekreis, mindestens nach Level 2, einer Regel- und Schwerpunktversorgung, die über die Basisversorgung hinausgeht.
